SARUV
Die SARUV Austria ist eine Such- und Rettungseinheit des Landesfeuerwehrverbandes, welche aus einer losen Zusammenarbeit der Rettungs- und Hilfsorganisationen Feuerwehr, Österreichischer Bergrettungsdienst und Österreichisches Roten Kreuz hervorgegangen ist. Die SARUV Austria ist heute eine dem Landesfeuerwehrverband zugeordnete Organisationen, welche jedoch weiterhin auf der beschriebenen Zusammenarbeit aufbaut.
Die Ausbildung der SARUV-Mitglieder sowie deren Ausrüstung gewährleistet eine rasche und professionelle Erfüllung der Aufgabenstellung der SARUV, nämlich der Suche und der Rettung von verschütteten Personen nach Gebäudeeinstürzen, Felsstürzen oder ähnlichem.
Das Team der SARUV Austria setzt sich zusammen aus Mitgliedern der Feuerwehr, vor allem der Feuerwehr Rankweil, aus Suchhundeführern der Bergrettung Vorarlberg mit ihren in der Lawinen- und Trümmersuche ausgebildeten Suchhunden sowie aus Notärzten des Roten Kreuzes.
Alle Mitglieder der SARUV stehen in ihrer jeweiligen Einsatzorganisation aktiv im Einsatzdienst und bringen daher umfangreiche Einsatzerfahrung aus ihren Fachgebieten in die SARUV ein. Durch gemeinsame Übungen und weitergehende spezifische Ausbildungen kann eine rasche und vor allem präzise Hilfeleistung garantiert werden.
Die Mitglieder mit Feuerwehrhintergrund stammen zum überwiegenden Teil aus der Feuerwehr Rankweil. Diese ist ein wichtige Stützpunktfeuerwehr in Vorarlberg mit ausgesprochenen technischen Aufgaben, welche weit über das eigene Ortsgebiet hinaus reichen. Die Größe der Feuerwehr als auch die Häufigkeit der Alarmierungen bringen eine große Einsatzerfahrung der Feuerwehrmitglieder mit sich.
Die Mitglieder aus der Suchhundestaffel sind im Einsatz erfahrene Hundeführer. Die Suchhunde, welche sowohl in der Lawinen- als auch in der Trümmersuche ausgebildet sind, kommen mit ihren Hundeführern vor allem bei alljährlich zahlreichen Lawinenabgängen mit Verschütteten zum Einsatz.
Die Notärzte aus dem Roten Kreuz sind ebenfalls aktiv im Einsatzdienst und erfahren in der Notfallmedizin.
Bei allen drei Teilorganisationen liegen der täglichen Einsatzabwicklung standardisierte Vorgehensweisen (Standard Operating Procedures - SOPs) zugrunde. Diese Vorgehensweisen werden auch im SARUV-Einsatz in entsprechender Form angewandt.
Das Feuerwehrwesen in Vorarlberg ist seitens des Landes Vorarlberg landesrechtlich in der Feuerpolizeiordnung geregelt. Die Gemeinden des Landes sind verpflichtet, in ihrem Gemeindegebiet ausreichend Feuerwehren aufzustellen und für die Bereitstellung von Gerätehäusern, Geräten und Bekleidungen sowie der notwendigen finanziellen Mittel zu sorgen. Die Organisationen Bergrettung und Rotes Kreuz sind in Vorarlberg im Rettungsgesetz verankerte Organisationen. Deren Aufgaben, Verantwortlichkeiten und auch deren Finanzierung durch das Land Vorarlberg und die Gemeinden ist ebenfalls in diesem Rettungsgesetz geregelt.
Die SARUV Austria hat ihre operative Basis im Feuerwehrgerätehaus Rankweil. Die dort vorhandene Infrastruktur ermöglicht vor allem eine sehr rasche Mobilisierung der Einsatzeinheit. Die Gerätschaften und das Equipment werden ebenfalls im Feuerwehrgerätehaus Rankweil gelagert und instand gehalten.
Die Vorgeschichte der SARUV beginnt im Jahr 1999, in welchem die Feuerwehr Rankweil vom Landesfeuerwehrverband Vorarlberg zusätzliche Gerätschaften übernimmt und zum Stützpunkt für das gesamte Land Vorarlberg für die Technische Hilfeleistung bei Gebäudeeinstürzen bestimmt wird. Diese zusätzliche Aufgabe steht in direkter Fortsetzung der bis dahin vorhandenen Stützpunktaufgaben mit starker technischer Ausprägung.
Im darauf folgenden Jahr 2001 wird eine Zusammenarbeit mit der Suchhundestaffel der Bergrettung Vorarlberg eingegangen. Mit dieser Zusammenarbeit wird dann auch am 13.11.2001 die „Technische Hilfeleistung nach Gebäudeinsturz“ gegründet.
Die Bezeichnung „Search and Rescue Unit Vorarlberg – SARUV“ wird seit November 2002 geführt. Im Jahr 2004 wird die SARUV um das Element des Roten Kreuzes erweitert und ein Notarzt in das Einsatzteam integriert.
Die Einsätze werden in Abhängigkeit des Einsatzortes, ob innerhalb oder ausserhalb des Landes Voralberg, aber auch bei Auslandseinsätzen ob per Landweg oder per Luftweg erreichbar, mit unterschiedlicher Mannschaftsstärke sowie angepasster Fahrzeug- und Geräteausstattung abgewickelt.
Zwei der wichtigsten Prämissen in der organisatorischen, technischen und auch taktischen Ausrichtung der SARUV Austria sind die äusserst rasche Verfügbarkeit und Abmarschbereitschaft des Einsatzteams sowie dessen höchste Flexibilität und Mobilität im Einsatzgebiet. So ist beispielweise eine Abmarschbereitsschaft vom Feuerwehrgerätehaus Rankweil in der Frist nach Alarmierung von 3 bis 4 Stunden sichergestellt. Ebenfalls ist die schnelle Verlegung im Einsatzgebiet mit kleinen Transportfahrzeugen wie beispielsweise 2 – 3 PickUps und ohne maschinelle Ladehilfsmittel möglich.
Internationale Einsätze konnte die SARUV Austria bei den Erdbebenereignissen im Jahr 2003 in Algerien und Iran sowie im Jahr 2004 in Marrokko abwickeln. Bei einigen Ereignissen wie z.b. Haiti 2010 wurde die Abmarschbereitschaft hergestellt